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Panamericana 2008/2009

Mittwoch, 02.09.09 - ein neuerlicher Versuch, diesen 6000er zu besteigen. Voller Erwartung geht‘s am morgen mit einer Gruppe Deutschsprechender zum Base Camp auf 4800m am Huyana Potosi. Nach dem Mittagessen werden unweit vom Refugio Kletterübungen am Gletscher mit Steigeisen und Pickel trainiert. Denn unmittelbar unter dem Gipfel sollte so ein Eisfeld mit ca.50 Grad Steigung überwunden werden. Am Abend stellt sich bei mir Unwohlsein in Form von starker Übelkeit ein. Ursache könnte die noch nicht ausgeheilte Erkältung oder auch die viele Pasta, die ich in den letzten Tagen zur Kohlehydratspeicherung zu mir genommen habe sein, und das alles zusammen unter dem Einfluss der Höhe könnte die Ursache zu dieser Magenverstimmung gewesen sein. Es kam wie es kommen musste, Abbruch und das schon bevor es eigentlich richtig los ging. Es hilft alles nichts, man sollte auf die Warnungen des eigenen Körpers hören. Eine riesige Enttäuschung.

Samstag, 05.09. – Sonntag, 06.09.09 - wir verlassen nun La Paz. Unser nächstes Ziel ist die größte und reichste Stadt des Landes - Santa Cruz. Die Stadt hat ihren Reichtum Erdöl und Gasvorkommen zu verdanken. Auf der circa 1000km langen Strecke durch das bolivianische Altiplano legen wir bei der Hälfte der Strecke in Cochabamba einen Zwischenstop mit Übernachtung ein. Die Strecke wird ein wenig kurviger und es geht in das Tiefland Boliviens mit tropischen Verhältnissen. Bei so einer engen Kurve ist es dann passiert. Mein rechter Fuß hatte Bodenberührung und schlug so unglücklich gegen das Unterteil des Vergasers, dass sich die Haltefeder löste und somit die Wanne lockerte und nach unten weg brach. Bis ich den Verlust bemerkte - Leistungsabfall des Motos - war ich natürlich einige hundert Meter unterwegs. Schnellstens Moto abstellen, Benzinhahn schließen und zurücklaufen. Denn wenn ein anderes Fahrzeug, was meine erste Sorge war, über dieses Teil fährt, hätte ich erst mal ein Problem. In ganz Südamerika hab ich noch keine Harley gesehen, aber hier in dieser Wildnis kamen glücklicherweise gleich zwei und halfen mir beim Suchen. Ich hatte jedenfalls riesiges Glück. Gemeinsam fanden wir die verlorenen Teile, sogar die kleine Haltefeder unter Gras und Müll, der sich an jedem Wegesrand ansammelt. Hotel Santa Ana/9 € DZ

Dienstag, 08.09.- Donnerstag 10.09.09 - der Hauptgrund, die Metropole Santa Cruz als Ausgangspunkt für eine Tour zu nehmen, liegt darin, die ehemaligen Jesuitendörfer in der Chiquitania zu besichtigen. Hier haben die Jesuiten Großes geleistet und bis zu ihrer Vertreibung unter dem Schweizer Missionar Martin Schmidt Anfang des 18. Jahrhunderts herrliche Missionen erbaut. Ich habe für diese ca. 1000 km lange Tour fünf Tage veranschlagt. Sie führt zu insgesamt sechs Dörfern im Urwald, wo die schönsten von der Unesco zum Welterbe ernannt wurden. Wir besichtigen San Javier und Concepcion, wo wir auch übernachten. Bis dahin ist die Strecke asphaltiert. Am Mittwoch Weiterfahrt auf Piste nach San Ignacio, ca.180 km. Auf halber Strecke bemerke ich, dass sich ein Teil meines Profils am Hinterreifen gelöst hat. Es gibt keine Alterative als umzukehren, mit der Hoffnung, dass der Reifen hält, bis wir wieder bewohntes Gebiet erreichen.  Es geht gut. Übernachtung in Concepcion. So haben wir leider nur zwei der wunderschöen Anlagen besichtigt. Bei der Weiterfahrt am nächsten Tag haben wir dann auch gleich zweimal einen Platten. Hilfsbereite Menschen gibt es in Bolivien genug, so dass es kein Problem gibt.

Freitag, 11.09.09 - erstmal einen neuen Reifensatz besorgt, was in dieser auf europäischem Niveau liegenden Großstadt ein Leichtes ist.

Samstag, 12.09 - Montag 14.09.09 - zu unserem nächsten Ziel Sucre liegt die Ruta de Che mit etwas Umweg auf der Stecke. In der Gegend von Vallegrande verbrachte der Revolutionär seine letzten Monate. Che Guevara scheitere mit seinem Vorhaben, in Bolivien die Revolution voranzutreiben, letztendlich an mangelnder Bereitschaft aus der Bevölkerung. Er wurde gefangen genommen und in der kleinen Dorfschule in La Higuera am 09.10.1967 hingerichtet. In Vallegrande besuchen wir sein Grab, die Wäscherei der Krankenstadion, wo er nach seinem Tod aufgebahrt war sowie das Museo. Es ist ein Erlebnis, auf den letzten Spuren dieses charismatischen Mannes zu gehen, der im Glauben für eine gerechte Sache zu kämpfen, sein Leben gelassen hat. Sein Wahlspruch: “Lieber stehend zu sterben als knieend zu leben.”  Übernachtungen in Samaipata, Vallegrande und La Higuera, unmittelbar neben dem Ort, wo Che seinen Tod fand.

Dienstag, 15.09.09 - die Anfahrt nach Sucre über den Rio Bamba durch herrliche Gebirgslandschaft über 300 km, davon nur ca.70 km asphaltiert, ist für mich eine der anstrengendsten, aber auch eine der schönsten Tour..
Hostal Charcas/ 13 € DZ
 

Mittwoch, 16.09.09 - die Stadt Sucre war das Zentrum des Unabhängigkeitskampfes gegen die Spanier und nach dem Helden, einem General benannt. Der Verfassung nach heute noch Hauptstadt des Landes Bolivien. Sie wird als die schönste des Landes bezeichnet und beherbergt wunderschöne Kolonialbauten und Kirchen aus der spanischen Epoche. Die Stadt hätte einen längeren Aufenthalt verdient, aber die  Zeit drängt schön langsam. Hostal Carrcas/15 € DZ

Donnertag, 17.09.- Freitag, 18.09.09 - wir müssen weiter. Es geht hoch nach Potosi. Diese Stadt liegt auf 4100 m und ist damit die höchstgelegene Stadt der Welt. Hier fanden die Spanier im Cerro Rico, im “Reichen Hügel” unvorstellbare Silbervorkommen. Mit diesen Funden wurde ein Großteil des damaligen spanischen Haushaltes finanziert. Man sagt heute, es wäre möglich gewesen, eine Brücke aus reinstem Silber bis nach Spanien zu bauen. Der Fund hatte natürlich verheerende Auswirkung auf die einheimische Bevölkerung sowie die Einfuhr von Sklaven vom afrikanischen Kontinent nach sich zog. Millionen!!! von Geknechteten haben in diesem Teufelsberg ihr Leben gelassen. Heute noch arbeiten viele in Kooperativen in diesem, zum Großteil ausgebeuteten Berg. Teufelsberg, weil die Arbeiter unter Tag in der Mine den Teufel anbeten. Wir machen auch eine organisierte Tour zu den Minen und sehen, unter welch unvorstellbaren Bedingungen diese Menschen ihr Brot verdienen. Es ist wirklich ein Kulturschock, wie uns Birgit, eine wichtige Informantin aus Österreich vor längerem geschrieben hat. Den Reichtum aus vergangenen Tagen kann man heute noch spüren. Die wunderschönen Kirchen sind nur zu bestimmten Zeiten geöffnet. Die Gefahr eines Diebstahls dieser Schätze ist einfach zu groß. Am Abend habe ich mir noch ein Fußballmatch aus der bolivianischen Profiliga angesehen. Dabei ging es für Potosi um den Verbleib in der Erstklassigkeit - Heimniederlage und damit Abstieg. Nach dem Spiel, wie es auch oft bei uns ist, wurde die Schuld beim Schiedsrichter gesucht. Es spielten sich noch tumultartige Szenen auf dem Spielfeld ab. Hostal Compana de Jesus/6 € DZ

Samstag, 19.09. – Dienstag, 29.09.09 - wir nähern uns jetzt einem absoluten Höhepunkt unserer gesamten Reise. Im tiefen Südwesten Boliviens liegt eine der trockensten Wüsten dieser Erde, die Atacamawüste mit dem Salar de Uyuni mit 12.000 qkm die größte Salzwüste. Durch die Atacamawüste mit dem Moto zu kommen,muss man sich auf alle Fälle seines Beifahrers samt Gepäck entledigen. Von Uyuni aus werden dreitägige Touren mit geländegängigen Fahrzeugen durch die Atacama angeboten. So buche ich also für Monika eine Tour mit dem Jeep und für Richard und mich  die Übernachtungen in San Juan und der Laguna Colorada mit Verpflegung. Der Jeep ist mit 6 Personen und einem zusätzlichen Guide besetzt, der mit uns fast immer in Kontakt steht. So ist ein Verlassen der Strecke, das in dieser Gegend verheerende Folgen haben könnte, ausgeschlossen. Über Colchani an der Ostseite des Salar fahren wir an einem Hotel vorbei ganz aus Salz bis zur Isla Inkahuasi. Diese Insel ist touristisch erschlossen, wir wollen aber auf dem Salar campen, So geht es noch weitere 25 km auf dem blendenden Weiß bis zur Isla de los Pescadores. Hier verbringen wir nach langer Zeit wieder mal eine Nacht im Zelt und das auf dem Salar bei Minus 13 Grad. Eine bleibende großartige Erinnerung. Am nächsten Tag gehts an der Südrampe raus und auf sandiger Piste zuerst mal nach San Juan. Ab San Juan ist dann Monika Teil der Jeepbesatzung. Nach kalter Nacht in einem Hostel gehts am nächsten morgen los. Leider kann nur ein Teil unseres Gepäcks im Jeep transportiert werden, so bleiben uns noch meine Alukoffer mit Inhalt, eine Tasche und der Tankrucksack. Die Fahrt geht über Chiguana, vorbei am Vulkan Ollague, Laguna Hedionda, Laguna Honda, Arbol de Piedra, Laguna Colorada. Für die 185 km lange Strecke benötige ich 8 Stunden. Meine Erfahrungen mit Sandstrecken sind gleich Null, so habe ich schon meine liebe Not und auch fünf Stürze, die allesamt glimpflich verlaufen. Übernachtung im Refugio an der Laguna. Am frühen Morgen, noch bei Dunkelheit, geht’s wieder weiter. Minus 12 Grad, auch mein Moto ist von dieser Kälte nicht recht begeistert. Es dauert schon ein paar Minuten, bis sie wieder so recht mag und dann gehts los - Nacht, Kälte, aufwirbelnder Staub vom vorausfahrenden Jeep auf schlechter Piste. Ich bin um jede vergangene Minute froh, die die liebe Sonne mehr Licht und Wärme spendet. Nach circa einer Stunde verlässt uns der Jeep Richtung chilenische Grenze. Ab da ist der Streckenverlauf  einfach und die Gefahr, mich zu verfahren, ist nicht mehr gegeben. Die Zollstation von Bolivien, für die Abfertigung des Motos befindet sich unverständlicherweise in einer Mine auf 5020 m. Die Weiterfahrt bis zur Laguna Verde ist dann eine Spazierfahrt. Übernachtung im Refugio an der Laguna Blanca. Hier treffen wir auch wieder auf Rainer und Heike, Freunde, die unsere Wege schon öfter gekreuzt haben. Die Welt ist ein Dorf. Bei Hito Cajon gehts über die Grenze nach Chile. Nach langer Zeit wieder mal Asphalt unter dem Gummi. Nach weiteren 40 km Bergabfahrt sind wir in der um 2000 m tiefer liegenden Oase San Pedro de Atacama. Wir sind am Ziel eines harten, aber auch eines der schönsten Teilstücke unserer Reise angekommen. In San Pedro verbringen wir nun ein paar Tage mit Erholung und Besichtigungen, u.a. die höchstgelegenen (4300m) Geysirfelder von del Tatio oder die Valle de la Luna und die La Muerte. Für die Besichtigung der Kupfermine in Calama haben wir leider den Besichtigungstermin versäumt. Hotel Residencial Chiloe/18€ DZ

Mittwoch, 30.09.09 - der Aufenthalt in Chile ist vorerst nur von kurzer Dauer. Wir verlassen unsere ursprünglich geplante Route an der Pazifikseite um nach Ushuaia zu gehen. Es ist in dieser Jahreszeit einfach zu kalt, um durch diese Breiten zu reisen. Unser nächstes Ziel sind somit die gigantischen Wasserfälle von Iguazu. Sie liegen gut 2000 km von San Pedro im Dreiländereck Paraguay, Brasilien und Argentinien entfernt. Zur Grenze nach Argentinien wählen wir eine Strecke, die durch herrliche Landschaft, ähnlich wie die Lagunenroute in Bolivien führt. Vorbei an einigen Salars sowie Lagunen wie etwa die Laguna

Miscanti und Miniques. die Piste ist hart und sandig, ich hatte auch wieder einen Sturz, diesmal mit Monika, aber keine größeren Blessuren. Wir erreichen den Grenzübergang Paso de Sico. Dieser einsame Grenzposten auf 4100 m hat Probleme mit dem Computer, so bekommen wir das Angebot, in der Grenzstation zu nächtigen. Noch  dazu, wo der nächste Ort 130 km auf schwieriger Piste entfernt ist,  sind wir erleichtert. Ein Erlebnis der besonderen Art.


 

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