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Panamericana 2008/2009

Dienstag, 01.12. – Donnerstag, 03.12.09 - wir brechen bei schönem, aber kaltem Wetter zu unserem nächsten Besichtigungspunkt,  dem Perito-Moreno-Gletscher auf. Die Anlaufstation für diese unglaubliche Sehenswüdigkeit ist El Calafate. Diese ganz dem Tourismus verschriebene Stadt liegt 80 km vor dem Gletscher. Der Perito-Moreno-Gletscher hat die gigantische Länge von 30km, ist 5 km breit und 60m hoch. Er ist der einzige Gletscher weltweit, der noch stabil ist. Er schiebt sich täglich circa 2 m in den
Lago Argentino, wo dann zum Teil riesige Eisbrocken abkalben und unter lautem Getöse in den See stürzen. Die daraus entstehenden Mini-Tsunamis haben vor Jahren am Ufer stehende Touristen mitgerissen. Heute kann man das Schauspiel von gesicherten
Stegen und Plattformen beobachten.

Freitag, 04.12. – Montag, 14.12.09 - als nächstes steht der Torres del Paine auf unserer
Besichtigungsliste. An der gut ausgebauten Ruta 40 geht‘s bei Dorotea über die Grenze nach Chile. Puerto Arenas, die Stadt, wo man sich für den Torres vorbereitet, ist unsere Anlaufstation. Die kleine, Ende des 19. Jahrhunderts von deutschen Einwanderern gegründete Stadt ernährt sich heute vom Tourismus. Früher war es ein Zentrum der Schafzucht. Im Torres del Paine wollen wir eine längere Wanderung unternehmen. Die
schönsten Punkte dieses wirklich außergewöhnlich schönen Parks kann man nur zu Fuß erreichen. So haben wir vor, das sogenannte „W“ mit dem Zelt auf dem Rücken zu erwandern. Die Tour sollte 6 Tage in Anspruch nehmen. Am Sonntag, den 06.12. fahren wir bei schönstem Wetter in den 120 nördlich von Natales liegenden Park. Die neue,
erst 2007 erbaute Schotterstraße ist in einem sehr guten Zustand, aber auch bei neuen Pisten fährt sich der Kies an den Straßenrand. Wohl aus diesem Grund, den Schotter am Straßenrand meidend, orientiere ich mich bei Linkskurven - die Piste ist ohnehin nicht breit - zu weit in der Mitte. Ich kann das später anhand von Filmaufnahmen, die Monika während der Fahrt noch machte, nachvollziehen. In so einer engen Linkskurve passiert es dann. Wie aus heiterem Himmel taucht plötzlich ein Fahrzeug  vor mir auf. Es geht alles sehr schnell, ein Knall und wir finden uns im Straßengraben wieder. Nach dem Schrecken die Erleichterung, dass wir unverletzt sind. Wir haben wirklich Glück oder einen Schutzengel. Der linke Zylinder meines Motos muss den gesamten Aufprall aufnehmen. Am Auto wird vorne links der Frontspoiler, der Kotflügel, die Motorhaube, die Fahrertür beschädigt, sogar die Felge und der Reifen sind im Eimer.

Bei meinem Moto denke ich im ersten Moment, na ja, das sieht ja gar nicht mal so schlecht aus, war ist leider nicht so. Dann natürlich das übliche - Notdienst, Polizei. Hier in diesem Land ist die Polizei auch gleichzeitig Abschleppdienst. Wir laden mein Moto kurzerhand auf deren Pickup. Schon beim Aufladen merke ich, dass nicht nur der Zylinderdeckel zerstört ist. Es läßt sich nur mit erheblichem Kraftaufwand schieben. In diesem Zustand werden wir am späten Abend im Hostal samt Moto abgeliefert. Erst mal heilfroh, dass wir ohne körperliche Gebrechen diesen Crash überstanden haben, aber deprimiert wegen des Motos. Am Montag früh erst mal den einzigen Motomechaniker in dieser Stadt konsultieren. Dessen Diagnose ist verherrend. Bei der Motoraufhängung sprengte es einen Teil des Motorblocks ab, das Getriebe verkantet, daher der Widerstand beim Schieben. Auch der Kardan hat einen Schlag abbekommen. Der Mechaniker jedenfalls sieht keine Möglichkeit, es zu reparieren. Nun heißt es,
alle verbleibenden Möglichkeiten abzuarbeiten und ja nicht das Ziel aus den Augen zu verlieren. Das Ziel Alaska-Feuerland mit dem Bike. Erst mal einen Weg suchen, wie ich das Moto auch wieder nach Deutschland zurückbringen kann. Das ist in diesen Ländern
nicht so einfach, es gibt keine Zugverbindung, also Fähre und Landweg. Nächstes Ziel ist es, eventuell ein Moto anmieten. Wenn schon nicht mit dem eigenen, dann wenigstens mit einem anderen unten ankommen. Es gibt sogar zwei Händler, die BMW Bikes verleihen, aber es ist nun mal  Saison und daher nichts zu haben. In solchen Momenten greift man nach jedem Strohhalm. Ich erinnere mich, dass der Mechanico ein paar Mühlen stehen hat. Ich werd mal versuchen, ihm eine abzumieten. Er hat sogar eine BMW gleichen Baujahrs wie meine. Aber er habe leider keine Lizenz zum Verleihen und ein Kauf mit anschließendem Rückkauf ist sehr kompliziert - geht nur mit Notarvertrag. Ich glaube, dass ich ein wenig Mitleid erweckt habe, denn er wollte mein Moto nochmal genau untersuchen. Jetzt glaubte er, dass der Rahmen vielleicht doch ok sei. Nun war der Weg offen für einen Motortausch mit seiner BMW. Wir vereinbaren ein Tauschpreis von 1500US$ und ich müsste ihm zwei Tage beim Schrauben helfen. Lange Rede kurzer Sinn. Mein Moto wurde komplett zerlegt, der Motor wieder zusammen geschweißt. Es gibt hier einen, der Alu schweißen kann, unglaublich! Es gibt hier einen, der eine Getriebe- antriebswelle abdrehen kann, unglaublich! Und mein Mechaniker - hab ich von anderen erfahren - war mal im Serviceteam von KTM bei der Ralley Paris-Dakar in Afrika. Ein exzellenter Mechaniker. Nach zwei Tagen harter Arbeit, auch Jörg, ein Freund aus der Steiermark ist zu uns geeilt und hat uns zwei Tage geholfen, rollt das Bike wieder.
Nun habe ich bereits zwei Probefahrten hinter mir, es scheint sich zum Guten zu wenden.. Von vielen Seiten ist uns Hilfe angeboten worden, das war eine überaus spannende Woche.

Dienstag, 15.12. und Mittwoch, 16.12.09 - die kommende Woche sowie die restliche Tour scheint nicht minder spannend zu werden. In Punta Arenas, nach gefahrenen 250km wieder Ölaustritt. Die Werkstatt, die mir Getriebewelle abgedreht hat, hats nun mal doch nicht so 100%ig  hinbekommen, wie ich gehofft hatte. Nach Rücksprache mit meinem Heimatmechaniker - er glaubt nach wie vor an einen Rahmenschaden - sei das
Moto nach so einem Crash mit den Mitteln, die hier in diesen Breiten zur Verfügung stehen, nicht so leicht zu reparieren. Jetzt gibt es nur noch einen Weg, um die noch verbleibenden 460km  bis zum Ziel nach Ushuaia zu schaffen. Langsam fahren und permanente Ölkontrolle und nachfüllen. Was dann mit den verbleibenden 2000 km hoch bis Valparaiso passiert, steht auf einem anderen Blatt. Morgen geht‘s erst mal mit der
Fähre über die Magellanstraße nach Porvenir auf Feuerland. Dann stehen noch mal 160 km Piste an. Mal sehen, wie mein Bike das verträgt.

Donnerstag, 17.12.09 bis Donnerstag, 31.12.09 - heute betreten wir erstmals Feuerland. Die Inselgruppe grenzt im Süden ans stürmische Eismeer. Für Seefahrer eine große Herausforderung und viele Schiffe versanken bei der Umsegelung des Kap Horns. Magellan fand die viel einfachere Passage zwischen dem Festland und Feuerland 1520.
Er benannte das Land so, da man von den Schiffen aus die brennenden Feuer der Eingeborenen sehen konnte. Seit Puerto Natales sind wir mit Wolfgang und Heidi on Tour. Ein Ehepaar aus Esslingen, dass in unserem Alter die selbe Route mit dem gleichen Moto unternimmt. An der Fähre treffen wir wieder auf Dagmar und Dieter, so kann Monika die letzten 150 km Piste auf dem Weg nach Ushuaia gemütlich im Wohnmobil mitfahren. Wolfgang und Heidi fahren als letzte. Wir warten  am Grenzübergang
nach Argentinien. Ein Ankommender berichtet uns , dass Biker auf der Piste eine Reifenpanne hatten. Mit vollem Gepäck plus mit Beifahrer hat man auf einer solchen Strasse meistens verloren. Das Resultat -  Schlüsselbeinbruch für Wolfgang - Heidi bleibt Gott sei Dank unverletzt.  Dieter darf bis Rio Grande Krankentransport spielen, so bleiben wir zwei Tage da, um Wolfgangs Moto mit neuem Reifen an der grenze
abzuholen. Mit dem Taxi geht’s erst mal zur Grenze. Die Grenzstationen in San Sebastian liegen 16 km auseinander. Da ein argentinisches Taxi in Chile nicht einreisen darf, fahren wir über dieses Niemandsland mit dem Reifen im Arm per Anhalter - geht alles. Ich fahre dann Wolfgangs Bike die 100 km nach Rio Grande, mit vier zusätzlichen Stempeln im Pass. Mit meiner BMW bin ich sehr zufrieden, sie verliert nicht zu allzu viel Öl.
So starten wir am Samstag guten Mutes zum letzten Teilstück unserer Reise nach Ushuaia .Gegen Mittag treffen wir dort ein. Mit dem eigenen Moto, vor kurzer Zeit nicht für möglich gehalten, dies habe ich mir erkämpfen müssen, umso wertvoller das Resultat. Ushuaia, die südlichste Stadt der Erde – man sagt am Ende der Welt – liegt diese wunderschön am Beagle-Kanal. Ursprünglich war sie mal ein Strafgefangenenlager. Heute ist es Ziel vieler Abenteurer und Ausgangspunkt für Schiffsreisen in die Antarktis, außerdem führt auf der ganzen Erde keine Autostrasse so weit nach Süden wie die Ruta 3. Sie endet an der Bahia Lapataia. Dieses Foto mit der Gedenktafel am Ende der Strasse ist das eigentliche Reiseziel. Wir haben uns dieses so wichtige Foto am 20.12.09 bei schönstem Wetter abgeholt.Ein großer Moment. Wir treffen uns hier auch mit vielen netten Menschen, denen wir irgendwo auf der Reise begegnet sind. Weihnacht verbringen wir in familiärer Atmosphäre mit Margit, Heidi, Jörg, Wolfgang und Manfred bei
Bratwurst und Kartoffelsalat. Fast wie zu Hause. Ab jetzt beginnt die Heimreise.
Seit Samstag geht’s nun Richtung Valparaiso. Von dort aus will ich das Moto nach hause verschiffen. Ich entschließe mich, die verbleibenden 3500 km mit dem Motorrad
zurückzulegen. Der Streckenverlauf ist über Rio Gallegos. Bis Comodoro auf der Ruta 3,dann weiter über Sarmiento nach Bariloche. Heute, Silvester, verbringen wir in Esquel, ca 300 km südlich von Bariloche. Der Ölverlust am Moto wird immer mehr. Alle 100 km Kontrolle und Öl nachfüllen. Ich fahre nicht mehr schneller als 60 km/h. Es verbleiben noch ca.1800 km, erst mal nach Chile kommen, noch ca 500 km. Ist alles ganz schön spannend.
 

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